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 Jahresausflug und Fortbildung am 07.10.2023

 


Kreuzbachtal und Enzschleife bei Vaihingen/Enz 

Gegen die morgendliche Kühle legen wir zunächst ein großes Puzzle auf dem
Parkplatz beim Kreuzbach – der Wasserkreislauf.
Dann gehts den naturbelassenen Kreuzbach aufwärts, mit vielen Infos von Kai-Uwe,
u.a. zum Bachverlauf und Fischwachstum.
Wusstet ihr, dass innerhalb von 50 Metern ein Temperaturunterschied im Bach von
6 Grad gemessen werden kann, bedingt durch Bäume und entsprechende
Beschattung.
Dementsprechend unterschiedlich ist auch auf kleinstem Raum die Tier- und
Fischvielfalt.
Und die Esche wächst zum Wasser hin – die Erle vom Wasser weg.
Kai-Uwe regt an, den Bach mit allen Sinnen wahrzunehmen. Petra meldet das beste
Ergebnis : ein Grasfrosch im Uferbereich. 

Nebenbei, dieser ist erst nach 3 Jahren
geschlechtsreif und kann 15 Jahre alt werden.
Warum heißt die einheimische Ente Stockente, will Kurt wissen. Keine(r) weiß es
und Kurt klärt auf. Sträucher und Bäume werden oft radikal zurück geschnitten =
auf den Stock gesetzt, u.a. die Kopfweide und dort brütet die Stockente.
Forelle ist nicht gleich Forelle.
Im Gebirge (Oberlauf) heißt sie Steinforelle, weiter unten – im Tal – ist es eine
Bachforelle und wird im stehenden Gewässer/See zur Seeforelle. Dort
angekommen, hat sie auch keine Punkte mehr und ist silbrig glänzend.
Fazit : Die Forelle entwickelt sich je nach Gewässer, Wasserqualität und
Futterangebot.
Und dann gabs noch ein Streitgespräch (interaktives Theater von
Cindy/Storytelling) zwischen Bach- und Regenbogenforelle, in das sich der Wels
einmischte. Das letzte Wort hatte … wer wohl, der Angler Kurt.
Wir lernen : Die Bachforelle frißt Larven, Maden und Mühlkoppen, sie schwimmt
bachaufwärts, sucht eine Kiesbank + kältere Bereiche zum laichen. Ansonsten ist
sie standorttreu. Wo sie als Fischbesatz ausgesetzt wurde, kann sie - nach
entsprechendem Wachstum - vom Angler wieder raus geholt werden.
Anfang des 20. Jahrhunderts hat ein Virus die Bachforellen „vernichtet“. Durch
Kreuzung mit der amerikanischen brown trout entstand die Regenbogenforelle. Und
wo hat nun die hiesige Bachforelle überlebt ?
Interessant auch die Info, dass Schaum auf dem Bach nicht automatisch
Verunreinigung heißt, sondern es sich hier um Eiweiß von verrotteten Blätter
handelt.  

Zum 50-jährigen Bestehen des Anglersees am Kreuzbach hat Kurt 2022 zwei
Schwarzpappeln (populus nigra) gepflanzt, eine weibliche und eine männliche.
Diese kommen vom Max-Eyth-See, dort gibt es noch alten Bestand.
Mit Barbara geht’s nach dem Vesper durch Alt-Roßwag und sie zeigt uns die Vielfalt
und Schönheiten ihrer Heimat. Viel Interessantes am Wegrand über
Trockenmauerbewohner und den Übergang Muschelkalk zum Buntsandstein. Dann
gabs noch Enzkiesel und das weit oberhalb und entfernt von der Enz im Tal. Mit
vielen anschaulichen Kinderbüchern, Schachteln mit geheimnisvollem Inhalt und
Geschichten – ein sehr lebendiger Biologieunterricht, in der Natur.
Ein gemütlicher Abschluss in der Seemühle bei Vaihingen/Enz beendet unseren
diesjährigen, abwechslungsreichen und sehr informativen Ausflug.
Anmerkung zum Schluss : Vorstehendes ist nicht vollständig, basiert auf meiner
subjektiven Wahrnehmung und beinhaltet evtl./bestimmt Fehler, die ich zu
entschuldigen bitte.

Hilde Hampp
(Schriftführerin der Neckarguides)

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